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Selbst beitragen — Nachhaltig im Alltag

Verpackung sparen, Mehrweg nutzen

Stand:

Orte, Termine und weiterführende Ratgeber am Ende dieses Ratgebers kommen live aus unserem Bestand. Jede Regel im Text nennt ihre Quelle; maßgeblich ist die verlinkte Originalseite.

Pfand ist nicht gleich Mehrweg, Mehrweg beim Mitnehmen ist Pflichtangebot, Leitungswasser gibt es gratis: so fällt in Berlin weniger Verpackung an.

Die Wertstofftonne ist in Berlin vor allem für Verpackungen da – Becher, Folien, Schalen, Dosen [4]. Noch besser als richtig trennen ist, wenn die Verpackung gar nicht erst ins Haus kommt. Drei Hebel hast du im Alltag selbst in der Hand: Mehrweg bei Getränken, Mehrweg beim Essen zum Mitnehmen und Leitungswasser statt Flasche.

Pfand heißt nicht Mehrweg

Dass auf einer Flasche Pfand liegt, heißt noch nicht, dass sie wieder befüllt wird: Es gibt auch bepfandete Einwegflaschen [1]. Einen Hinweis gibt die Pfandhöhe. Bei Mehrweg sind es laut Bundesumweltministerium in der Regel 8 oder 15 Cent, das Einwegpfand beträgt einheitlich 25 Cent [1]. Einwegflaschen und -dosen tragen das Pfandzeichen der Deutschen Pfandsystem GmbH, und im Laden muss am Regal deutlich „EINWEG“ oder „MEHRWEG“ stehen [1][7]. Der Unterschied lohnt sich: Mehrweg-Glasflaschen lassen sich bis zu 50-mal befüllen [1]. Auch ein Getränkekasten ist kein sicheres Zeichen – es gibt Einwegflaschen im Kasten [1]. Leere Einwegflaschen und -dosen mit Pfand muss jedes Geschäft, das Getränke in solchen Verpackungen verkauft, während der Öffnungszeiten kostenlos zurücknehmen und dir das Pfand erstatten – und zwar aus jedem Material, das es selbst im Sortiment hat, etwa Kunststoff, Metall oder Glas [7]. Läden mit weniger als 200 Quadratmetern Verkaufsfläche müssen nur die Marken zurücknehmen, die sie selbst führen [7].

Essen und Kaffee zum Mitnehmen: Mehrweg ist Pflichtangebot

Seit dem 1. Januar 2023 müssen Restaurants, Cafés, Kantinen, Lieferdienste und auch Supermärkte, die Speisen in Einwegverpackungen aus Kunststoff oder Getränke in Einwegbechern zum Mitnehmen abfüllen, dieselben Speisen und Getränke auch in Mehrweg anbieten [2]. Die Mehrwegvariante darf nicht teurer sein und nicht zu schlechteren Bedingungen angeboten werden; ein Pfand ist erlaubt [2]. Der Betrieb muss mit einem gut sichtbaren Schild auf das Angebot hinweisen und die Mehrwegverpackungen, die er ausgibt, auch zurücknehmen [2]. Kleine Betriebe mit höchstens fünf Beschäftigten und höchstens 80 Quadratmetern Verkaufsfläche dürfen stattdessen deinen mitgebrachten Becher oder deine Dose befüllen [2][7]. Seit dem 12. August 2026 regelt das neue Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz diese Pflicht [7].

Frag also aktiv nach Mehrweg – und nimm für den Kaffee unterwegs am besten gleich den eigenen Becher mit.

Leitungswasser statt Flasche

Berliner Trinkwasser stammt aus dem Grundwasser des Berliner Urstromtals und braucht laut Berliner Wasserbetrieben keinerlei Zusätze [3]. Wer zu Hause Leitungswasser trinkt, spart Flaschen, Kästen und Wege. Unterwegs füllst du deine Flasche an den rund 250 öffentlichen Trinkbrunnen der Wasserbetriebe kostenlos auf; sie laufen von April bis Oktober, eine Karte mit allen Standorten findest du auf der Seite der Wasserbetriebe [5].

Lose einkaufen

Unverpackt-Läden füllen Nudeln, Reis, Nüsse oder Waschmittel in mitgebrachte Behälter. Bring saubere Gläser, Dosen oder Stoffbeutel mit; wie das Abfüllen und Wiegen im jeweiligen Laden läuft, erklärt dir das Personal. Welche Läden wir geprüft haben, zeigt der Bereich „Länger nutzen“ (siehe unten). Auch für Obst und Gemüse brauchst du keine Extratüte, wenn du einen eigenen Beutel dabeihast.

Was trotzdem anfällt

Verpackungen, die sich nicht vermeiden lassen, gehören je nach Material in die Wertstofftonne, ins Altpapier oder in den Glasiglu [4][6]. Gläser musst du dafür nicht ausspülen [6]. Wie du in Berlin richtig trennst, steht im Ratgeber „Müll trennen in Berlin“.

Orte und Termine dazu

Unverpackt einkaufenLänger nutzen · 3 Orte

Trinkbrunnen in BerlinBewegen und Erholen

RatgeberMüll trennen in Berlin

Quellen

Nr.QuelleHerausgeberURLStand laut QuelleAbgerufen
[1]Pfandflasche = Mehrwegflasche???Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)https://www.bundesumweltministerium.de/themen/kreislaufwirtschaft/abfallarten-und-abfallstroeme/verpackungsabfaelle/pfandflasche-mehrwegflaschekein Seitendatum17.10.2026
[2]Neue Mehrwegangebotspflicht für Speisen & Getränke zum MitnehmenUmweltbundesamthttps://www.umweltbundesamt.de/themen/neue-mehrwegangebotspflicht-fuer-speisen-getraenkekein Seitendatum (Regel ab 01.01.2023)17.10.2026
[3]Ganz klar für BerlinBerliner Wasserbetriebehttps://www.bwb.de/ganz-klarkein Seitendatum17.10.2026
[4]Wertstoffe richtig sammeln und Rohstoffe sparenBerliner Stadtreinigung (BSR)https://www.bsr.de/wertstoffekein Seitendatum17.10.2026
[5]Trinkbrunnen in BerlinBerliner Wasserbetriebehttps://www.bwb.de/de/trinkbrunnen.phpkein Seitendatum18.10.2026
[6]Altglas richtig entsorgenBSRhttps://www.bsr.de/altglaskein Seitendatum17.10.2026
[7]Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG), §§ 46, 47, 60, 61Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de)https://www.gesetze-im-internet.de/verpackdg/index.htmlGesetz vom 13.07.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 207), in Kraft seit 12.08.202618.10.2026
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